Zwei Nienburger in der Weltelite

Lateintanzen: Marcus Boehm und Lorenz Illing holen mit Bremer Formation den WM-Titel

Nienburg (tie). Bei der Weltmeisterschaft für Lateinformationen, die am Vorwochenende in Bremen stattfand, nahmen auch zwei Nienburger teil. Lorenz Illing und Marcus Boehm, ehemalige Tänzer des 1. TSZ, setzten sich mit dem Grün-Gold-Club Bremen durch und gewannen den Titel.

Dabei ließen sie den Deutschen Rekordmeister TSG Bremerhaven und die Weltmeisterformation der letzten vier Jahr aus Litauen hinter sich.

Lorenz Illing tanzt seit 2005 für den GGC. Mit der B-Formation belegte er in der diesjährigen Tanzsportsaison den vierten Platz in der ersten Liga. In der Sommerpause rückte der 22-Jährige in das A-Team auf. Dort startete er sofort voll durch. Bei der Europameisterschaft im September in Litauen konnte seine Formation den Lokalmatadoren zwei Einsen klauen und landete noch vor Bremerhaven auf Platz zwei. Bei der Deutschen Meisterschaft Anfang November wurde Illing mit seinem Team ebenfalls Vize-Meister.

Mit diesen Leistungen steht Lorenz Illing nun in der Weltelite des Tanzsports. Leistungen, die umso höher einzustufen sind, wenn man bedenkt, dass der Wahl-Bremer sich innerhalb eines Jahres drei verschiedene Choreografien erarbeiten musste. Dafür muss der Auszubildende zum Bankkaufmann hart arbeiten. Rund 16 Stunden Tanztraining stehen pro Woche auf dem Programm. Hinzu kommt jedes zweite Wochenende ein Trainingslager.

Seine Tanzsportlaufbahn hat Lorenz Illing beim 1. TSZ Nienburg begonnen. Dort tanzte er die Choreographien “Salsa Caliente” und “Crazy in Latin”. Mit seinem ehemaligen Trainer Rainer Bormann verbindet ihn noch heute eine enge Beziehung. Illing bezeichnet Bormann als seinen Mentor und steht regelmäßig telefonisch vor großen Turnieren mit ihm in Kontakt.

Mit Marcus Boehm wurde ein weiterer ehemaliger TSZ-Tänzer ebenfalls Weltmeister. Boehm trat bereits ab 2001 für den GGC im Einzel an. Nach einer Turnierpause von rund drei Jahren, in der er vor allem an Technik und Ausdruck arbeitete, griff er zusammen mit Illing in diesem Sommer im A-Team wieder in das Geschehen ein.

Beim TSZ gehörte Boehm zu den Akteuren der ersten Stunde. Mit der Formation gewann er mehrere Landesmeistertitel und stieg im Einzel in die S-Klasse auf. Acht Jahre lang war Boehm nicht nur als Tänzer für das TSZ aktiv. Er arbeitet damals auch maßgeblich an der Musikgestaltung für die Choreographien mit.

Alles in allem ist TSZ-Trainer Rainer Bormann voll des Lobes für seine ehemaligen Schützlinge. Nicht ohne Stolz fügt er hinzu, dass beide Tänzer die Grundlagen für ihre weltmeisterlichen Tanzsportkarrieren im TSZ und in Nienburg erlernt haben.

DIE HARKE 08.12.2006

"Schwerer" Job für Uta Deharde, ein "leichter" für Albanese

Die TSZ-Trainer glänzen bei der RTL-Show “Let´s dance”\par Von Stine Behrens – Nienburg. Tanzen ist beliebt. Das bestätigt ein Besuch bei den Lateinturnieren am Wochenende in der Nienburger Meerbachhalle mit jeweils 600 ebenso gut gelaunten wie lärmenden Fans an beiden Tagen.

Auch in Köln ist der Funke längst übergesprungen: Der Privatsender RTL hat einen potenziellen Nachfolger für “Deutschland sucht den Superstar” gefunden. Die Nation ist jetzt auf der Suche nach dem “Dancing Star”. Im Unterschied zu dem Gesangswettbewerb nehmen bei der Tanzshow “Let´s dance” sonnabends ab 21.15 Uhr aber keine Normalos wie du und ich teil, sondern Tanzprofis und Stars der unterschiedlichsten Genres. Neben Ex-Zehnkämpfer Jürgen Hingsen treten Schauspieler Wayne Carpendale, Ex-No Angels-Girlie Sandy Mölling oder Ex-Politikerin Heide Simonis gegeneinander an.

Diesen tänzerischen Amateuren werden gestandene Profis an die Seite gestellt, die sich in einem Casting des Deutschen Tanzprofiverbandes gegen harte Konkurrenz durchsetzen mussten. Zwei von ihnen sind Uta Deharde und Roberto Albanese – sie bilden mit Rainer Bormann das Trainergespann des 1. TSZ Nienburg. “Es war schon unglaubliches Glück, dass sie uns beide genommen haben”, erzählt Deharde. “Da haben Weltmeister vorgetanzt, aber wir scheinen besser ins Konzept gepasst zu haben.”

Seit sechs Wochen trainiert die zierliche Tänzerin und Trainerin mit dem Zwei-Meter-Koloss Jürgen Hingsen. Eine echte körperliche Herausforderung – für beide. “Im Verhältnis zu ihm bin ich sehr schwach”, erklärt Uta Deharde, “da kann ich manchmal schieben, wie ich will – er merkt davon gar nichts.” Trotzdem, sagt sie, sollte man Hingsens Tanzkünste nicht unterschätzen, “er hat Rhythmusgefühl und lernt unheimlich schnell. Er steckt einfach nur im falschen Körper”.ehardes Partner Roberto Albanese hat es da schon einfacher: Er tanzt mit Popsternchen Sandy Mölling, zu deren Ausbildung einst auch das Tanzen gehörte; allerdings kaum Standard oder Latein. Aber Sandy hat zweifelsohne Rhythmusgefühl und wiegt kaum mehr als Hingsens Oberschenkel.

“Hingsen im falschen Körper”

Welches Paar denn nun bei “Let´s dance” die besten Chancen auf den Sieg hat, das mag Uta Deharde nicht vorherzusagen: “Sicher sieht es bei Roberto und Sandy besser aus”, sagt sie, “aber Jürgen ist ein Sympathieträger. Das Studio rastet aus, wenn er reinkommt.” Um Sieg oder Niederlage geht es bei der Show aber ohnehin nicht, sondern vielmehr um den Spaß auf dem ungewohnten Parkett. Und der kommt bei Deharde und Albanese nicht zu kurz, obwohl das Training mit den Promi-Partnern und die Shows quasi ein Full-Time-Job sind; sie pendeln zwischen den Wohn- und Trainingsorten ihrer Schützlinge, dem Studio in Köln und ihrer Tanzschule in Bremen hin und her. Für die aktive Unterstützung des TSZ bleibt da momentan wenig Zeit. Für die Nienburger um Rainer Bormann ist das aber kein Problem, im Gegenteil: “Wir sind stolz auf die beiden und finden es super, dass sie dort mittanzen.”

DIE HARKE 10.04.2006

Feurige Tänze mit Fußball-Klängen

Lateintanz-Oberliga: Die B-Formation des 1. TSZ verpasst das große Finale

Nienburg (fan). Es gibt wahrscheinlich nichts, was Franz Beckenbauer noch nicht erlebt hat. Aber dass sein Schunkel-Klassiker “Gute Freunde kann niemand trennen” im Jahre 2006 tatsächlich als musikalische Grundlage einer feurigen Lateinformation dient, das dürfte auch den “Kaiser” überraschen.

“Das Runde muss ins Eckige” nannte sich die Choreografie des Teams Ars-Nova Hamburg/Verden beim zweiten Oberliga-Turnier in Nienburg. Und die Präsentation unterstrich einmal mehr, dass dem modernen Lateintanz kaum Grenzen gesetzt sind. Der Fußball-Vortrag, zudem gespickt mit der legendären ´54er-Hörfunk-Moderation von Herbert Zimmermann (“Tor! Tor! Tor!”) wurde am Ende vor 600 Fans in der rappelvollen Meerbachhalle mit Platz sechs benotet, die gastgebende B-Formation des 1. TSZ Nienburg wurde Siebte und machte einen weiteren Schritt in Richtung Klassenerhalt.

Die Geschmäcker sind verschieden, da macht der Lateintanz keine Ausnahme. Während die Hamburg-Verdener Tanzgemeinschaft zweifellos den ungewöhnlichsten Auftritt hinlegte, zuckte TSZ-Trainer Rainer Bormann eher mit den Schultern. “Diese Choreografie ist eher etwas für eine Showformation, da wurde zu wenig getanzt. Aber das ist meine persönliche Meinung.”

Trotz einer gelungenen Vorrunde schrammte seine TSZ-Mannschaft knapp am großen Finale vorbei – was Bormann nur bedingt nachvollziehen konnte. “Das Team hat sich seit dem ersten Turnier in Bremerhaven weiter entwickelt, wir sind genauer und besser geworden.” Doch der Groll über die Entscheidung der Richter hielt sich in Grenzen, zumal sich der Aufsteiger in der ersten Oberliga-Saison zunächst etablieren will, “schließlich haben wir auch einige blutige Anfänger dabei”. Dennoch wächst der Wunsch, schon bald erstmals ins große Finale vorzustoßen. Dafür gibt´s für das TSZ noch drei Möglichkeiten, das nächste Turnier findet am 30. April in Syke statt. Die Wertungen:

Großes Finale: 1. TSZ Blau-Gelb Bremen B 3 1 1 2 1; 2. 1. Latin Team Kiel B 5 3 3 3 4; 3. TSC Hansa Syke B 1 2 2 1 2; 4. TSZ Creativ Osnabrück B 2 4 4 5 3; 5. TSG Bremerhaven C 4 5 5 4 5; 6. FG Ars Nova Hamburg/Verden 6 6 6 6 6. – Kleines Finale: 7. 1. TSZ Nienburg B 7 8 7 7 7; 8. TSA i. SC Weyhe A 8 7 8 8 9; 9. CDC Rot-Gold Walsrode A 9 9 9 9 8.

DIE HARKE 10.04.2006

Nur Nuancen fehlen zum ersten Sieg

Von Stine Behrens – Nienburg. Laut geht es im Grunde immer zu bei Lateintanzturnieren. Musik, Zuschauer und die Teams geben ihr Bestes, sich gegenseitig zu übertönen.

Beim vierten und vorletzten Turnier der Regionalliga in der Nienburger Meerbachhalle war der “Sieger” in Sachen Phonzahl eindeutig: das Publikum. Dank der ohrenbetäubenden Unterstützung trugen die Schlachtenbummler maßgeblich zum zweiten Platz (2 2 2 2 2) des 1. TSZ Nienburg bei.

Lateintanz-Regionalliga: Das 1. TSZ Nienburg steht mit einem Bein in der Aufstiegsrelegation zur 2. Bundesliga.

Von Stine Behrens – Nienburg. Laut geht es im Grunde immer zu bei Lateintanzturnieren. Musik, Zuschauer und die Teams geben ihr Bestes, sich gegenseitig zu übertönen. Beim vierten und vorletzten Turnier der Regionalliga in der Nienburger Meerbachhalle war der “Sieger” in Sachen Phonzahl eindeutig: das Publikum. Dank der ohrenbetäubenden Unterstützung trugen die Schlachtenbummler maßgeblich zum zweiten Platz (2 2 2 2 2) des 1. TSZ Nienburg bei.

“Die Leute haben uns förmlich getragen”, schwärmte Trainer Rainer Bormann nach dem Erfolg, “da kam richtig Druck, das war unheimlich anspornend”. Paradoxerweise bestand aber die Hauptaufgabe des Coaches darin, seine Tänzerinnen und Tänzer zu beruhigen und ihre Motivation zu kanalisieren, denn: “Bei Heimauftritten kann zu viel Euphorie schnell nach hinten losgehen.” Aber seine Schützlinge enttäuschten ihn nicht, zeigten eine beeindruckende Mannschaftsleistung, die auch die Richter begeisterte: “In punkto Geschlossenheit und Gleichmäßigkeit haben die Nienburger schon in der Vorrunde einen guten Eindruck hinterlassen”, sagte Dirk Dittner, Wertungsrichter aus Berlin. Warum dann “nur” Platz zwei hinter dem abermaligen Sieger Grün-Gold-Club Bremen? “Das waren lediglich Nuancen. Der Auftritt des TSZ wirkte teilweise etwas unruhiger als der der Bremer.”

Wenn zwei Teams derart dicht beieinander liegen, ist bereits die geringste Kleinigkeit ausschlaggebend für die Vergabe der Plätze. Bormann waren ebenfalls kleine Patzer im Finale aufgefallen. “Das war halt ein Fehler mehr als bei den Bremern.” Nichtsdestotrotz: Mannschaft und Trainer haben ihr Ziel erreicht, und der Teilnahme am Relegationsturnier im Mai um den Aufstieg in die 2. Bundesliga dürfte nichts mehr im Wege stehen.

Rainer Bormanns kontinuierliche Basic-Arbeit, die Förderung des Nachwuchses und das Einbinden von Neuzugängen scheinen sich bezahlt zu machen. Hinzu kommt die Disziplin, die das Team an den Tag legt. “Das ist der Hammer”, lobt Bormann. Trotz der hohen Fluktuation legte die Mannschaft in der Meerbachhalle eine große Homogenität an den Tag, die auf ein gutes Abschneiden beim Aufstiegsturnier hoffen lässt. Der Trainer freut sich schon drauf: “Dann können wir dem Rest der Nation beweisen, dass es in Nienburg ordentliche Tänzer gibt.”

Die Wertungen:

1. Grün-Gold-Club Bremen C 1 1 1 1 1; 2. 1. TSZ Nienburg 2 2 2 2 2; 3. Grün-Gold Club Bremen D 3 6 4 3 3; 4. TSA i. Ahrensburg TSV 5 3 3 4 4; 5. TSZ Creativ Osnabrück 4 5 6 5 5; 6. 1. Latin Team Kiel 6 4 5 6 6; 7. TTC Gold und Silber Bremen (nach der Vorrunde ausgeschieden).

In unserer nächsten Ausgabe:

Uta Deharde und Roberto Albanese – Bormanns Trainerkollegen glänzen in der RTL-Show “Let´s dance!”.

So lief das Oberliga-Turnier der Nienburger B-Formation in der Meerbachhalle.

DIE HARKE 09.04.2006

Gelingt beim Heimturnier der große Wurf?

Lateintanz-Regionalliga: Erneut Platz zwei, das 1. TSZ Nienburg will sich im Aufstiegsrennen behaupten\par12Kiel (ar). Die Lateintänzer des 1. TSZ Nienburg haben beim Regionalliga-Turnier in Kiel den anvisierten zweiten Platz erreicht. Die A-Formation von Rainer Bormann musste sich dabei wie in den beiden vorherigen Konkurrenzen nur der Drittvertretung von Grün-Gold Bremen geschlagen geben.

Beim Heimturnier am kommenden Wochenende wollen die Nienburger die Teilnahme am Aufstiegsturnier zur 2. Bundesliga perfekt machen.

Das jüngste Abschneiden der TSZ-Formation ist laut Sprecher Simon Bultmann umso höher zu bewerten, da mit Marc Bußmann und Artjom Saveler zwei Neulinge ins Team rückten. Dieser Schritt war erforderlich geworden, weil sich Tim Schwiderke und Jörg Dicke aus privaten beziehungsweise beruflichen Gründen zurückgezogen hatten. Die Neuzugänge reihten sich jedoch erfreulich schnell in die homogene Mannschaft ein.

Die acht TSZ-Paare hatten in der Vorrunde einige Unsauberkeiten in ihrer Choreografie, erreichten aber nichtsdestotrotz sicher das große Finale der besten fünf Teams. Dort steigerten sich Bormanns Schützlinge und mussten wie bei den beiden vorigen Turnieren nur dem favorisierten C-Team vom Grün-Gold-Club Bremen den Vortritt lassen.

“Dreimal ist Bremer Recht” heißt es im Volksmund – und wenn es nach Simon Bultmann geht, ist das auch genug. “Bei unserem Heimturnier wollen wir Grün-Gold den einen oder anderen ersten Rang bei den Wertungsrichtern abnehmen”, formuliert der TSZ-Sprecher die Zielsetzung. Außerdem verspricht er dem Nienburger Publikum eine mitreißende Vorstellung, die gleichzeitig die Qualifikation zum Zweitliga-Aufstiegsturnier einbringen soll.

Einlass in der Meerbachhalle ist am Sonnabend ab 16 Uhr, die Konkurrenz startet um 17 Uhr. Der Eintrittspreis beträgt acht Euro für Erwachsene, ermäßigte Karten kosten sechs Euro. Im Vorverkauf können die Tickets telefonisch bei Nadine Bormann unter (01 72) 441 73 34 bestellt werden. Auf viel Unterstützung hofft auch das B-Team des 1. TSZ, das in der Oberliga Nord ebenfalls zu Hause antritt. Die Nachwuchstruppe will am Sonntag um 15 Uhr (Einlass ab 14 Uhr) einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt machen.

Der Endstand, großes Finale: 1. Grün-Gold-Club Bremen C 1 1 1 1 1, 1. TSZ Nienburg 2 2 5 3 3; 3. Grün-Gold-Club Bremen D 3 3 4 2 4, 4. 1. Latin Team Kiel 4 4 2 5 2, 5. TSZ Creativ Osnabrück 5 5 3 4 5. – Kleines Finale: 6. TSA im Ahrensburger TSV 6 6 6 6 6, 7. TTC Gold und Silber Bremen 7 7 7 7 7.

DIE HARKE 04.04.2006