2. Lateintanz-Bundesliga Tolles Event, aber erneut nur Platz sieben für das 1. TSZ Nienburg
Von Stefan Schwiersch
Nienburg. Ein gewisse Sehnsucht war in den Augen dieser drei TSZ-Tänzerinnen zu erkennen. Sie hatten ihre Arbeit im Kleinen Finale bereits getan, holten erstmal Luft, setzten sich mit ihren hübschen Kleidern dicht beieinander auf den nackten Hallenboden nahe des Parketts und schauten herüber zu den Teams des Großen Finales mit einem Gesichtsausdruck irgendwo zwischen Erschöpfung und Enttäuschung. Der Traum des Gastgebers, vor heimischem Publikum dieses Große Finale zu erreichen, den eigenen Leuten zu zeigen, dass man mehr draufhat als diesen siebten Platz, auf den sie in den drei vorhergehenden Wettbewerben jeweils benotet wurden, dafür hätten Karina Heidt und ihre Mittänzer wohl auch den letzten Blutstropfen gegeben. Doch fromme Wünsche zählten für die fünf Wertungsrichter ebenso wenig wie der Heimbonus: Die Lateinformation des 1. TSZ Nienburg belegte auch beim Heimturnier der 2. Bundesliga in der BBS-Halle nur den siebten Platz unter acht Teams.
Dass mit diesem Abschneiden auch der Abstieg faktisch feststeht, spielte für Trainer Rainer Bormann am Samstagabend nur die sekundäre Rolle. Vielmehr hatte er sich für sein Team eine Belohnung gewünscht – für die harte Trainingsarbeit, für den guten Auftritt. „Ich bin enttäuscht, denn ich glaube dass die Leistung heute für Platz sechs gereicht hätte.“ Platz sechs oder sieben, das hätte in der Zweitliga-Tabelle keinen Unterschied gemacht. Doch der sechste Platz wäre gleichbedeutend mit dem Sieg im kleinen Finale gewesen und damit ein heilsames Pflaster für das strapazierte Selbstwertgefühl der Nienburger Tänzer. „Der Abstieg ist klar, okay. Aber das wäre nochmal ein Motivationsschub gewesen. Denn das Team hat alles richtig gemacht.“
Bormann und sein Co-Trainer Anh-Duc Ngyuen hatten die richtige Wortwahl gefunden, um das Team einzustellen und zu motivieren und gleichzeitig zu beruhigen vor einer sagenhaften Kulisse mit rund 700 Zuschauern. „Mit Stellprobe und Vorrunde war ich sehr zufrieden, die Leistung im Kleinen Finale war nochmal die Krone.“
Ähnlich sehnsüchtig wie seine Tänzerinnen schaute auch Bormann schließlich nochmal durch die kunterbunte BBS-Halle mit vielen fröhlichen Gesichtern, bunten Kleidern und tanzenden Füßen. Der perfekte Ablauf, die vielen Komplimente für das TSZ, das erstmals ein Zweitliga-Turnier ausrichtete, die gute Stimmung trotz des suboptimalen Abschneidens, all das konnte Bormann trösten, ein wenig zumindest. „Wir haben uns mit dieser Veranstaltung einen Namen gemacht. Von der Stimmung und der Zuschauerzahl her können sich da manche Veranstalter eine Scheibe abschneiden.“
Mehr vom Nienburger Turnierwochenende lesen Sie in unserer morgigen Ausgabe.
Viertes Zweitliga-Turnier, Großes Finale: 1. TSG Backnang 1-1-1-2-3, 2. TSG Quirinus Neuss 1-2-2-1-2, 3. TTH Dorsten 3-3-4-3-2, 4. 1. TC Ludwigsburg 4-4-3-4-4, 5. FG Aachen/Düsseldorf 5-5-5-5-5. – Kleines Finale: 6. TSC Rot-Gold Casino Nürnberg 1-1-2-1-2, 7. 1. TSZ Nienburg 2-2-1-1-2, 8. TSC Astoria Karlsruhe 3-3-3-3-3.
2. Bundesliga: 1. TSG Backnang 4 Punkte, 2. TTH Dorsten und TSG Quirinus Neuss beide 10, 4. 1. TC Ludwigsburg 16, 5. TSC Rot-Gold Casino Nürnberg 21, 6. FG Aachen/Düsseldorf 23, 7. 1. TSZ Nienburg 28, 8. TSC Astoria Karlsruhe 32.